Alexander Weiss erstmals Dreiband-Einzelstaatsmeister • Ingrid Englbrecht verteidigt Titel

 

26.01.2026. Alexander Weiss vom Billard Sportklub Pottendorf hat vergangenes Wochenende bei der 82. Österreichischen Staatsmeisterschaft im Dreiband am Matchbillard im Billardclub Gerasdorf-Süßenbrunn überraschend den Titel geholt.

Der Wiener qualifizierte sich in seiner Vorrundengruppe mit drei Siegen für das Viertelfinale, sah sich dort jedoch gegen Michael Hikl von der Wiener Billard Assoziation kurz vor Ende mit 37:46 in Rückstand. Mit 11 Punkten in den letzten vier Aufnahmen riss Weiss das Ruder aber noch einmal herum und zog mit einem 48:46-Erfolg in 50 Aufnahmen ins Semifinale ein.

Dort dominierte der mehrfache Dreiband-Mannschaftsstaatsmeister gestern Hikls Vereinskollegen Karl Makik deutlich und sicherte sich mit einem 50:28-Erfolg in 43 Aufnahmen seinen Platz im Endspiel, wo dann eine nervliche Zerreißprobe gegen den Burgenländer Claus Maurer vom Billardsportclub Neusiedl am Ende über die Maximalanzahl von 50 Aufnahmen in einen 48:43-Sieg zum Titelgewinn mündete.

„Das war immer mein großes Ziel: einmal einen Einzeltitel in Österreich zu gewinnen. Ich habe ja mit der Mannschaft schon einige Titel gewonnen, wobei ich aber immer sehr starke Teampartner gehabt habe. Es war für mich ein wunderbarer Tag. Ich habe wirklich eine großartige Leistung gebracht. Im Semifinale habe ich meinen Gegner kontrolliert und dominiert, habe wirklich gut gespielt und war sehr zufrieden. Ich Finale habe ich eigentlich den amtierenden Staatsmeister Arnim Kahofer erwartet, der dann aber verloren hat, und so habe ich mir gesagt: Jetzt hast du eine 50:50-Chance, um zu gewinnen. Auch im Finale habe ich blendend begonnen und bis zur Halbzeit sehr gut gespielt, danach habe ich ein bisschen mit den Nerven gekämpft, aber zum Glück habe ich es nach Hause gebracht, und ich bin überglücklich über den Titel“, sagte Weiss.

Alexander Weiss überzeugte mit konsequentem Spiel und hatte in entscheidenden Situationen auch Fortuna an seiner Seite – Foto (c) ÖBU/Andreas Kronlachner
Karl Makik war im Semifinale des öfteren mit sehr kniffligen Ballpositionen konfrontiert – Foto (c) ÖBU/Andreas Kronlachner

„Das Halbfinale war für mich ein ganz wichtiger Schritt nach vorn, weil ich all das, was ich mir vorgenommen habe, eins zu eins umgesetzt habe. Arnim Kahofer, der siebenfache Staatsmeister, hat keine Luft bekommen. Ich habe permanent Druck gemacht, bis zum Schluss, und habe dann die Partie wirklich phänomenal zu Ende gebracht“, freute sich auch Silbermedaillengewinner Claus Maurer über seine Performance und zollte dem neuen Titelträger Respekt.

Claus Maurer lieferte gegen Titelverteidiger Arnim Kahofer im Semifinale seine Top-Performance ab – Foto (c) ÖBU/Andreas Kronlachner

„Alexander hat einen fantastischen Schritt gemacht. Ich freue mich für ihn, weil wir Trainingspartner sind. Man sieht seine Weiterentwicklung, und das macht mir natürlich auch viel Spaß, weil je mehr gute Gegner man hat, desto besser ist die Qualität des Spiels. Alexander hat wirklich massiv Druck gemacht, hat richtig gut gespielt. Natürlich spielt im Finale dann der Kopf auch mit, und am Ende hat er dann ein ein bisschen besseres Mindset gehabt. Ich freue mich aber für ihn, weil er beim letzten Grand Prix etwas enttäuscht war, dass er da aus dem Bewerb geflogen ist. So hat jeder sein Highlight gehabt. Er ist Staatsmeister, und ich habe Arnim aus dem Bewerb genommen“, erklärte Maurer, der im Semifinale den Titelverteidiger mit 50:34 in 35 Aufnahmen entthronte.

Arnim Kahofer zeigte die beste Punktedurchschnittsleistung, war aber im Semifinale im Hintertreffen und holte Bronze – Foto (c) ÖBU/Andreas Kronlachner

Englbrecht mit Glück zum neunten Titel
In der Damenkonkurrenz holte sich wie im Vorjahr Ingrid Englbrecht die Goldmedaille. Die 77-Jährige vom Billard Sportklub Augarten Wien drehte erneut das Rad der Zeit zurück, blieb in allen ihren fünf Partien ungeschlagen und verwies ihre Dauer-rivalin Helga Mitterböck vom Billardklub Margareten Sportunion in der letzten Spielrunde im alles entscheidenden Match um den Titel mit einem 19:16-Erfolg in 50 Aufnahmen auf Platz 2.

„Ich kann sagen: Ich bin sehr happy, dass ich meinen Titel verteidigen konnte, aber leicht ist es mir wirklich nicht von der Hand gegangen. Es war ganz, ganz schwer. Ich war unerklärlich nervös und konnte oft meine Leistung und mein Können nicht zeigen, nur ganz wenig phasenweise. Ich hatte dann in der letzten Partie auch ein bisschen Glück und hatte auch das gesamte Turnier das Glück, dass meine Gegnerinnen auch etwas befangen waren und auch nicht ihre beste Leistung gebracht haben. So war es eigentlich ein Kampf um jeden Sieg, und es ist dann glücklich ausgegangen“, sagte Englbrecht, die sich über ihren bereits neunten Dreiband-Einzelstaatsmeistertitel freute.

Helga Mitterböck (li.), Schiedsrichter Markus Krska und Ingrid Englbrecht vor dem Start des „Finales“ in der fünften Spielrunde der Damen-Konkurrenz – Foto (c) ÖBU/Andreas Kronlachner

Das Siegespodest bei den Damen komplettierte die Steirerin Monika Steinberger vom Billardclub Zeltweg, die mit zwei Siegen und drei Niederlagen und der Turnierhöchstserie von fünf Punkten bilanzierte und sich aufgrund des besseren Gesamtpunktedurchschnitts knapp vor ihrer Landsfrau Heike Hingerl klassierte, die ebenfalls zwei Siege verbuchte.

Dreiband-Einzeltitel-Entscheidungen erstmals in Gerasdorf
Der im Kennys Snooker Center beheimatete Billardclub Gerasdorf-Süßenbrunn war erstmals Austragungsort der Österrei­chischen Dreiband-Einzel-Staatsmeisterschaften der Damen und der Allgemeinen Klasse am Matchbillard.

Der Modus in der Allgemeinen Klasse umfasste wie im Vorjahr 16 Spieler in vier Vierergruppen, wobei die beiden Gruppen­besten den Aufstieg ins Viertelfinale schafften. Ab dann wurde der neue Staatsmeister im K.-o.-System ermittelt. Jede Partie wurde in der Gruppenphase auf 40 Punkte bei maximal 50 Aufnahmen gespielt. Ab dem Viertelfinale betrug das Ausspielziel 50 Punkte. Darüber hinaus kam eine 40-Sekunden-Shot-Clock zum Einsatz. Titelverteidiger war der Dreiband-WM-Dritte, Arnim Kahofer, von der Wiener Billard Assoziation.

Die Damenkonkurrenz umfasste sechs Spielerinnen. Die neue Staatsmeisterin wurde im Round-Robin-System (jede gegen jede) in Matches auf 25 Punkte bei maximal 50 Aufnahmen ermittelt. Auch bei den Damen wurde mit einer 40-Sekunden-Shot-Clock gespielt.

Die Medaillengewinner:innen v.l.n.r. Helga Mitterböck (2.), Claus Maurer (2.), Alexander Weiss (1.), Ingrid Englbrecht (1.), Karl Makik (3.), Monika Steinberger (3.), Arnim Kahofer (3.) – Foto (c) Ken Dahlke

Weitere Informationen:
82. Österr. Staatsmeisterschaft Dreiband Allg. Klasse: https://www.bsvoe.com/turnier/nmc-id/68684ef43256565d5da908a3
Detailergebnisse: https://www.bsvoe.com/ergebnis/nmc-id/697299b131b56a8f786c8a2f/

21. Österr. Staatsmeisterschaft Dreiband der Damen: https://www.bsvoe.com/turnier/nmc-id/68684f3069336a7a5a2b3225
Detailergebnisse: https://www.bsvoe.com/ergebnis/nmc-id/6973c38d8a6815710c1757a3/

ÖSTM Dreiband im YouTube-ÖBU-Livestream: 
                                     Stream 1 (mit Kommentar)                                           Stream 2
22. 1. 2026   https://youtube.com/live/52vDXVzIkGk    https://youtube.com/live/VBEXFleoAcI
23. 1. 2026   https://youtube.com/live/tOtYyGfq4UU   https://youtube.com/live/6LelNurpPUQ
24. 1. 2026   https://youtube.com/live/htvkseZu3LA    https://youtube.com/live/ivZptSBNBuw
25. 1. 2026   https://youtube.com/live/XKV7zP4vIqc    https://youtube.com/live/KEqZR7rigyU

(a.kronlachner@billardunion.at)

Zurück