05.07.2026. Traurige Nachrichten zum Saisonausklang 2025/26. Der BSK Augarten berichtet vom Ableben seines langjährigen Vereinsmitglieds, dem mehrfachen Einzel- und Mannschaftsstaatsmeister Kurt Mastny.
Mastny trat dem Verein am 1. Jänner 1963 bei und entwickelte sich durch intensives Training zu einem der besten Classics-Spieler in der österreichsichen Carambol-Geschichte. Legendär dabei seine Leistung in der Sportsaison 1983/84, als er in allen Cadre-Disziplinen am Matchbillard (47/1, 47/2, 71/2) den Titel holte.

In der Freien Partie blieb der Fussball-Begeisterte bei seinem Zweiten von insgesamt drei Staatsmeistertiteln in dieser Disziplin mit einem Generaldurchschnitt von 111.82 über der magischen 100-Punkte Marke.
„Kurtl hat im Cadre jeden Spieler hergerichtet. Gegen mich hat er einmal 400 Punkte in zwei Aufnahmen gezeigt und ich glaube, es ist ihm auf diese Distanz auch einmal eine Partie in einer Aufnahme gelungen“ berichtet Gerhard Ralis, langjähriger Rivale, aber auch Vereinskollege beim BSK Augarten, der Mastny’s Spielanlage treffend und humorvoll zusammenfasst. „Du hast ihm beim Spielen die Socken stopfen können, so langsam war er. Aber er hat bis auf Dreiband alle Disziplinen wirklich sehr gut gespielt und er war immer ein Kämpfer bis zum Schluss. Auch wenn er einen großen Vorsprung gehabt hat, hat er oftmals sehr defensiv agiert, bis er das Spiel gewonnen hat.“
„Ich habe Kurt im BSK Augarten kennengelernt. Wir haben gemeinsam dort begonnen. Er war damals auch noch Fussballer und hat sich dann mit viel Training immer weiter verbessert und nach oben gespielt. Er war immer ein lustiger Zeitgenosse. Wir haben gemeinsam mit Johann Samsinger und Karl Wibiral unseren ersten Dreiband-Mannschaftstitel gewonnen (1973/74) und sind dann nach La Chaux-de-Fonds in die französische Schweiz zum Europapokal gefahren, erinnert sich Hans Werner, der mit Mastny auch weitere zahlreiche Mannschaftstitel am Matchbillard und auch am Kleinbrett holte. „Du hast dich auf ihn immer verlassen können. Er war ein absoluter Mannschaftsspieler“.


Neben seinen zahlreichen Einzel- und Team-Erfolgen am Matchbillard und am Kleinbrett war Mastny auch ein engagierter Trainer, der sein über die vielen Jahre erworbenes Wissen um den Spielaufbau in den klassischen Disziplinen gerne weitergab. „Ich habe sehr gerne mit ihm trainiert. Er hat die Einheiten gerne mit Späßen und lustigen Geschichten aufgelockert, war aber in der Sache sehr direkt und konsequent, und hat das auch von seinen Schülern eingefordert. Wenn man etwas gut gemacht hat, dann ist ihm auch ein Lob über die Lippen gekommen und das hat dann natürlich auch weiter motiviert“ stimmt Thomas Wagner in den Tenor der langjährigen Schüler von Mastny mit ein.

„Wenn ein Schüler ins Zweifeln geriet, ob das Spiel für ihn überhaupt erlernbar ist, hat der Kurtl den einfachsten Zieher der Welt hingestellt. Der Schüler hat den dann gemacht mit Stellung, weil ohnehin nichts anderes möglich war und der Kurtl hat laut „Wödklasse“ durch den ganzen Klub gerufen. So hat er mehrere Generationen von Spielern – 50 Jahre lang – mit dem Billardvirus infiziert. Auch mich! Dass aus den meisten dann nicht viel wurde lag sicher nicht an ihm. Er war vielfacher Staatsmeister, ein herovrragender Billardspieler, -lehrer und -motivator, und er liebte sein Wien, den Schmäh und den Wein. Er wird mir persönlich und sicher der ganzen Community fehlen“ würdigt BSVÖ Ehrenpräsident Herbert Thür Mastnys Karriere und Wirken.


Nachruf auf der Webseite des BSK Augarten: Billardsportklub Augarten