Neusiedl beendet Dreiband-Coupe-d’Europe in Porto auf Platz 8 – Meister Pottendorf 10.

 

27.07.2025. Dreiband-Bundesliga-Vizemeister Billardsportclub Neusiedl am See hat in der Endrunde des Coupe d’Europe, der Champions League für Dreiband-Vereinsteams in Porto, Portugal, keinen weiteren Sieg verbucht und im Endklassement den 8. Platz belegt.

Die Burgenländer, die mit der zweitbesten Vorrundenleistung – darunter auch einem neuen österreichischen Dreiband-Teamrekord mit 160 Punkten in 97 Aufnahmen – die Qualifikation für die finale Turnierphase schafften, mussten sich in ihrer Gruppe dem späteren Finalisten Varde BK aus Dänemark, Veranstalter FC Porto sowie der in der Vorrunde noch bezwungenen Académie de Billard de St-Quentin aus Frankreich jeweils mit 2:6 geschlagen geben.

„Am Ende konnten wir im Viertelfinale gegen Porto, Varde und den französischen Club nicht mehr an unsere starke Leistung von der Vorrunde anschließen. Das Material wurde von Tag zu Tag anspruchsvoller, und gerade gegen den Topfavoriten Varde fanden wir nur schwer zu unserem Spiel. Unser Minimalziel, zumindest ein Unentschieden zu erreichen, konnten wir leider nicht verwirklichen. Unser überragender Akteur in dieser Begegnung war einmal mehr Glenn Hofman, der im Topspiel den Belgier Eddy Merckx bezwingen konnte, der in Porto vor dem Coupe d’Europe den Einzelweltcup gewann.

War wie erhofft der stärkste Mann bei den Burgenländern – Glenn Hofman – Foto (c) Kozoom

Nach der gelungenen Revanche der Franzosen, die wir in der Vorrunde am ersten Spieltag noch mit 6:2 besiegt hatten, waren unsere Chancen auf den Aufstieg ins Semifinale dahin.

In der abschließenden Partie gegen Porto haben wir noch einmal alles versucht, um zumindest einen Punkt mitzunehmen. Als Einziger konnte dort Gerhard Kostistansky seine Topleistung abrufen und den mehrfachen portugiesischen Meister Rui Manuel Costa in hervorragenden 23 Aufnahmen besiegen.

Zeigte am Ende gegen den FC Porto noch einmal seine internationale Klasse – Gerhard Kostistansky – Foto (c) Kozoom

Die Enttäuschung über das verpasste Halbfinale war jedem ins Gesicht geschrieben, aber trotz des missglückten Viertel­finales bin ich unglaublich stolz auf die Mannschaft. Wir haben unser gestecktes Ziel, den Einzug ins Viertelfinale, erreicht und Österreich bei dieser Europameisterschaft der Dreiband-Vereinsmannschaften würdig vertreten.

Dass uns darüber hinaus auch noch ein neuer nationaler Punktedurchschnittsrekord gelungen ist, setzt unserer erfolg­reichen Teilnahme das i-Tüpfelchen auf“, erklärte Neusiedl-Obmann und -Mannschaftsführer Claus Maurer.

Der neue Rekordhalter im Dreiband-Team-Punktedurchschnitt – BSC Neusiedl am See – v.l.n.r. Gerhard Kostistansky, Ferdinand Wiesauer, Sergio Jimenez, Glenn Hofman, Claus Maurer

Topleistung von Neusiedl in der Vorrunde – Pottendorf verpasst Endrunde
Die Burgenländer hatten sich in ihrer Vorrundengruppe nach Siegen gegen den französischen Vertreter, die Académie de Billard de St-Quentin, (6:2), TJ Sokol Žižkov aus Tschechien (8:0) und Randers BK aus Dänemark klar mit 7:1 durchgesetzt und souverän als zweitbester Gruppensieger den Endrundeneinzug realisiert.

In der letzten Begegnung verbesserten die Neusiedler mit 160 Punkten in 97 Aufnahmen den erst am Vortag von Meister Pottendorf aufgestellten nationalen Team-Punktedurchschnittsrekord um eine Aufnahme.

Die Niederösterreicher schrammten hingegen knapp an der angestrebten Endrunde vorbei. Die Dreiband-Bundesligameister bezwangen zu Beginn den portugiesischen Vertreter Clube Bilharista da Amadora mit 6:2 und landeten anschließend einen souveränen 8:0-Sieg gegen die Nuova Accademia del Biliardo aus Italien.

Hatten nach zwei gewonnen Partien noch gut lachen – Billard Sport Klub Pottendorf – v.l.n.r. Sameh Sidhom, Dimitrios Seleventas, Herbert Szivacz, Nikolaus Kogelbauer, Martin Horn – Foto (c) privat

Im entscheidenden Match um den Aufstieg setzte es dann aber eine bittere 2:6-Niederlage gegen die Akdemir Bilardo Spor Kulübü aus der Türkei.

„Es ist leider nicht wirklich gut gelaufen für uns. Unser Topmann Sameh Sidhom [er gewann mit 40:28 in 21 Aufnahmen gegen Erkan Akti; Anm.] hat so wie erwartet gespielt, und Martin Horn [er verlor gegen İbrahim Hayri Altuntaşlar mit 26:40 in 20 Aufnahmen; Anm.] hatte wieder einen Gegner, der über sich hinausgewachsen ist. Nikolaus Kogelbauer [24:40 in 36 Auf­nahmen gegen Serdar Baş; Anm.] ist zu spät ins Spiel gekommen, und ich [Herbert Szivacz unterlag Seymen Özbaş mit 20:40 in 31 Aufnahmen; Anm.] habe so wie schon in den letzten Wochen zu unsicher und zu mutlos gespielt, wobei mein Gegner einfach auch besser als ich gespielt hat. Zwei Jahre hintereinander treten wir hier mit einer guten Mannschaft an und müssen schon nach der Vorrundengruppe nach Hause fahren. Das tut zwar weh, aber das müssen wir akzeptieren“, zog Pottendorf-Obmann Herbert Szivacz Bilanz und sprach auch ein Lob an die Konkurrenz aus.

„Ich freue mich aber trotzdem für die Neusiedler. Sie haben hier echt gut gespielt und sind verdient in die Endrunde weiter­gekommen. Bravo, Jungs!“

Andernos-les-Bains feiert Premierenerfolg

Den Coupe-d’Europe-Titel sicherte sich erstmals der Billard Club Andernosien. Die Franzosen bezwangen im Finale den Varde BK aus Dänemark mit 6:2. Titelverteidiger BC Soissons nahm nicht am Wettkampf teil.

Die Sieger des Dreiband Coupe d’Europe 2026 in Porto – der Billard Club Andernosien v.l.n.r. Jérôme Barbeillon, Gwendal Marechal, Roland Forthomme, Marco Zanetti und Vereinspräsident Bernard Baudion – Foto (c) Kozoom

Traditionsbewerb
Der Coupe d’Europe wurde auf der Gründungsversammlung der Confédération Européenne de Billard (CEB) am 12./13. Juli 1958 in Genf als Dreiband-Club-Mannschaftskampf in den internationalen Turnierkalender aufgenommen. Der Bewerb wurde erstmals in der Saison 1958/59 ausgetragen und ist mit der Champions League im Fußball vergleichbar.

Die jeweiligen Vereinslandesmeister und -vizemeister bzw. Pokalsieger im Dreiband haben die Berechtigung zur Teilnahme an diesem Wettkampf. Früher wurden in verschiedenen Ländern Europas Qualifikationsturniere veranstaltet, von denen die Sieger die Finalrunde am Ende jeder Saison (Ende Juni/Anfang Juli) bestritten. Seit 2016 werden die Qualifikationsgruppen und die Finalrunde in Porto ausgetragen.

Gespielt wird mit Mannschaften zu je vier Spielern. Von 1958/59 bis zur Saison 1976/77 und von 1983/84 bis 1990/91 war die Partiedistanz jeweils 50 Punkte. Dazwischen spielte der Spitzenspieler pro Mannschaft bis zu 60 Punkte. Ab der Saison 1991/92 wurde auf zwei Gewinnsätze bis 15 Punkte gespielt. Ab 2002/03 wurden im Endturnier die Halbfinalbegegnungen und das Finale auf drei Gewinnsätze ausgetragen. Seit der Sportsaison 2011/12 wird nun sowohl in der Qualifikation als auch in der Endrunde auf 40 Punkte bei maximal 50 Aufnahmen gespielt.

Weitere Informationen:
Coupe d’Europe, Porto: https://www.eurobillard.org/events/CDE%203C-517.html
Livestream: https://tv.kozoom.com/en/event/40187
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Coupe_d%E2%80%99Europe

(a.kronlachner@billardunion.at)

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